Meldung

Lungenforschung
19.04.2018

Münchner Lungenkonferenz 2018: Exazerbationen im Fokus

Bereits zum fünften Mal folgten international renommierte Lungenexperten und interessierte Konferenzbesucher der Einladung des Helmholtz Zentrums München und des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL) zur Munich Lung Conference (MLC). Die Organisatoren des Instituts für Lungenbiologie (ILBD) und Comprehensive Pneumology Center (CPC) hatten für die Tagung am 13. und 14. April das Thema „Exacerbation of Chronic Lung Diseases – Mechanisms & Environment“ gewählt.

Quelle: Michael Woelke

Der Begriff Exazerbation bezeichnet die Verschlimmerung, zeitweise Steigerung oder das Wiederaufleben chronischer Lungenkrankheiten. Oft ist dieser Zustand mit einem Infekt verbunden, aber die zugrunde liegenden Mechanismen sind bislang sehr unvollständig verstanden. Entsprechend wichtig ist der wissenschaftliche Austausch zu diesem Thema. „Mit der thematischen Ausrichtung der Konferenz setzen die Organisatoren einen Trend, da dies die erste Konferenz zum Thema Exazerbationen in allen chronischen Lungenerkrankungen ist“, so Professor Mark Nicolls, Leiter der Division of Pulmonary and Critical Care Medicine von der Stanford University. Damit lobte er speziell das Organisationskomitee um PD Dr. Anne Hilgendorff, Prof. Dr. Erika von Mutius, Prof. Dr. Jürgen Behr und Dr. Ali Önder Yildirim.

Rund 170 internationale Wissenschaftler und Mediziner nutzten die Konferenz zum interdisziplinären wissenschaftlichen Austausch. Mehr als 25 Vorträge aus verschiedenen Bereichen und zwei Poster Sessions boten Raum für wissenschaftliche und konzeptionelle Diskussionen. Zudem nutzten viele Teilnehmer das Rahmenprogramm, um Netzwerke zu pflegen und zu erweitern.

Den Auftakt machte in diesem Jahr Professor Jeffrey M. Drazen, Editor-in-Chief des New England Journal of Medicine. Mit seinem Vortrag "Data sharing in clinical trials: A moral imperative" warb er für einen freieren Zugang zu Forschungsdaten und deren vollständige Veröffentlichung über das Publizierte hinaus. In Anbetracht des hohen Aufwands an Zeit und Ressourcen sowie der Wichtigkeit klinischer Forschung sei das der Weg der Zukunft. Wann der richtige Zeitpunkt zur Offenlegung sei, darüber müsse und könne man sicher diskutieren, so Jeff Drazen. 

Weitere Highlights waren der Beitrag „Vascular Inflammation in Pulmonary Hypertension and Lung Transplantation“ von Professor Mark Nicolls (Stanford University) und Professor Werner Seeger, DZL-Vorstandsvorsitzender und Direktor der Universitätsklinik in Gießen, mit einem Vortrag zu den Vernetzungen vaskulärer und parenchymatöser Lungenerkrankungen.

Zum Abschluss der Konferenz wurde der Nachwuchs geehrt: die von der Stiftung AtemWeg gesponserten Posterpreise gingen an Kai Förster (CPC-M) und Alireza Saraji (Giessen, UGMLC). Der Preis für den besten Vortrag, gestiftet vom DZL, wurde Herrn Thomas Conlon für seine Arbeit zur Identifizierung neuer Wirkstoffen in der Therapie der COPD verliehen (CPC-M).

„Die Schwere vieler Lungenerkrankungen und der damit verbundene hohe Leidensdruck für die Patientinnen und Patienten machen Fortschritte in der Lungenforschung so sehr notwendig“, so Prof. Dr. Günther Wess, wissenschaftlicher Geschäftsführer des Helmholtz Zentrums München. „Entsprechend sind wir als Institution auf diesem Feld präsent und bauen unsere Aktivitäten stetig aus.“

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