Meldung

Helmholtz Drug Discovery Conference 2018
16.05.2018

Wirkstoff-Experten tagen in Neuherberg

Am 26. Und 27 April fand die International Helmholtz Drug Discovery Conference (HDDC) 2018 am Helmholtz Zentrum München statt. 220 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, einschließlich 17 eingeladener Sprecher und 70 Poster Präsentationen, hatten Gelegenheit über die neuesten Trends in der präklinischen Wirkstoffentwicklung zu diskutieren.

Referenten der HDDC2018 und Mitglieder des Steering Committees der Helmholtz Drug Discovery Initative. © Helmholtz Zentrum München

Die Themen der Vorträge reichten von der Leitstrukturentwicklung, über neue Targets und deren Dekonvolution, strukturbasierter und Computer gestützter Wirkstoffentwicklung bis zu Peptiden und Chemie in der Arzneimittelentwicklung.

"Mit der internationalen Konferenz, die jetzt zum zweiten Mal stattfindet, will die Helmholtz Drug Discovery Initiative ein Forum für Diskussionen und den Austausch von Ideen zwischen führenden Wissenschaftlern aus Industrie und Forschung schaffen", erklärt Mitorganisator Prof. Michael Sattler, Direktor des Instituts für Strukturbiologie am Helmholtz Zentrum München.

Das “Flying Dinner” und die Postersession am Abend boten eine ideale Gelegenheit um die wissenschaftlichen Diskussionen zu vertiefen, bestehende Bekanntschaften aufzufrischen und neue Kontakte zu knüpfen.

"Diese Konferenz unterstreicht erneut eindrucksvoll, dass an der Schnittstelle von Biowissenschaften und Chemie dringend neue Ideen für die präklinische Wirkstoffforschung entwickelt werden müssen. Dazu brauchen wir die gemeinsame Anstrengung von akademischer und industrienaher Forschung. Mit vereinten Kräften wird es uns auch gelingen, all diese spannenden Ideen umzusetzen und neue vielversprechende Wirkstoffkandidaten bis zum klinischen Einsatz weiterzuentwickeln", sagt Mitorganisator Prof. Martin Göttlicher, Direktor des Instituts für Molekulare Toxikologie und Pharmakologie am Helmholtz Zentrum München.

 

Die Konferenz wurde großzügig von Sponsoren unterstützt. Die Fachgruppe Chemische Biologie und das ChemMedChem Journal spendeten drei Posterpreise, die an Linda Cerofilini, Susanne Mühlich und Deepak Ramanujam verliehen wurden. Zudem wurde die Konferenz von einem Satelliten Workshop der Firma BioSolveIT zum Thema "Modeling for anyone" begleitet.

Angesichts des großen Erfolgs der HDDC 2018 und der überaus positiven Resonanz von Teilnehmern und Sponsoren freuen sich alle Beteiligten auf die nächste HDDC-Konferenz als wichtiges Treffen akademischer und industrieller Wirkstoff-Experten.


Weitere Informationen

Alle Referenten und Themen finden Sie auch auf der Webseite der Helmholtz Drug Discovery Conference.

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus, Allergien und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören. 

Das Institut für Strukturbiologie (STB) erforscht die Raumstruktur biologischer Makromoleküle, analysiert deren Struktur und Dynamik und entwickelt NMR-spektroskopie Methoden für diese Untersuchungen. Ziel ist es, molekulare Mechanismen der biologischen Aktivität dieser Moleküle und ihre Beteiligung an Krankheiten aufzuklären. Die Strukturdaten werden als Grundlage für die rationale Entwicklung kleiner Molekülinhibitoren in Verbindung mit Ansätzen der chemischen Biologie angewandt.

Die Arbeiten am Institut für Toxikologie und Pharmakologie (TOXI) sollen grundlegende Reaktionen des Organismus auf chemische Umweltfaktoren aufklären. Ziel ist ein besseres Verständnis der Bedeutung solcher Wirkmechanismen und neue Einsichten über Signalnetzwerke und genetische Programme für die Entstehung und die Progression komplexer Krankheiten, wie Krebs, Diabetes, neurodegenerative Erkrankungen oder Störungen des Herz-Kreislauf-Systems. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für die Entwicklung verbesserter Strategien zur Identifizierung, Quantifizierung und Verringerung von Gesundheitsrisiken. Weiterhin soll die Forschung zur Prävention und frühzeitigen Erkennung von umweltbedingten Erkrankungen beitragen, sowie die Entwicklung innovativer therapeutischer Ansätze vorantreiben.