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Forschungsförderung
08.02.2019

Friedrich Wilhelm Bessel-Preisträger forscht am Helmholtz Zentrum München

Der mit 45.000 Euro dotierte Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung dient der internationalen Vernetzung: Die Preisträger sind eingeladen, selbst gewählte Forschungsvorhaben in Deutschland durchzuführen. Im Zuge dessen hat sich Prof. Dr. Derek A. Pratt von der Universität Ottawa kürzlich für fünf Monate dem Labor von Dr. Marcus Conrad am Helmholtz Zentrum München angeschlossen.

Prof. Dr. Derek A. Pratt und Dr. Marcus Conrad. © Universität Ottawa/Helmholtz Zentrum München

Seit 2010 forscht und lehrt Derek Pratt in seiner Geburtsstadt Ottawa und leitet dort ein international vielbeachtetes Programm für organische und biologische Chemie. Der Fokus liegt dabei auf Reaktionen mit freien Radikalen, deren Mechanismen und Produkten - speziell die Oxidation von Fettsäuren und deren Hemmung mit Hilfe von Antioxidantien. „Derek Pratt sind wesentliche Fortschritte auf dem Gebiet der Chemie zu verdanken“, so Marcus Conrad, Gruppenleiter am Institut für Entwicklungsgenetik des Helmholtz Zentrums München, über seinen Gast. „Darüber hinaus hält er zahlreiche Patente und entwickelt neue Technologien mit Industriepartnern. Von ihm erhoffen wir uns spannende Impulse für unsere eigenen Arbeiten und freuen uns auf einen bereichernden Austausch.“ 

Fachliche Anknüpfungspunkte gibt es allemal: Marcus Conrad und sein Team beschäftigen sich vor allem mit der sogenannten Ferroptose – einer neu entdeckten Form des Zellsterbens, die durch oxidativen Stress und freie Radikale ausgelöst werden kann. Die Ferroptose ist an zahlreichen krankheitsfördernden Prozessen beteiligt, könnte aber womöglich auch therapeutischen Nutzen entfalten – etwa im Kampf gegen Krebs. Dazu müssen aber die konkreten Mechanismen noch besser erforscht werden. Kürzlich konnte das Forscherteam um Marcus Conrad dabei einen weiteren Erfolg vermelden: Im renommierten Fachmagazin ‚Cell‘ konnten sie aufklären, dass das Spurenelement Selen im Laufe der Entwicklung bestimmte Nervenzellen vor dem Zelltod schützt. „Daraus ergeben sich natürlich neue Ansätze und auch potentielle Anwendungen, die wir seit Anfang Februar nun täglich mit Derek Pratt im Detail diskutieren“, so Conrad.

Rund 20 Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreise verleiht die Humboldt-Stiftung jährlich. Nominiert werden können bereits international anerkannte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Ausland, die ihre Promotion vor nicht mehr als 18 Jahren abgeschlossen haben. Von ihnen wird erwartet, dass sie zukünftig durch weitere wissenschaftliche Spitzenleistungen ihr Fachgebiet auch über das engere Arbeitsgebiet hinaus nachhaltig prägen. Sie sind eingeladen, selbst gewählte Forschungsvorhaben in Deutschland in Kooperation mit Fachkollegen für einen Zeitraum von bis zu einem Jahr durchzuführen.


Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus, Allergien und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.500 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 19 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören. 

Durch eine steigende Lebenserwartung nehmen sowohl altersbedingte, als auch soziologische und umweltbedingte Einflüsse auf die Gene zu. Diese Veränderungen des genetischen Materials untersucht das Institut für Entwicklungsgenetik (IDG).  Im Forschungsbereich Mouse Genetics werden genetische Tiermodelle zur Erforschung verschiedener Erkrankungen entwickelt. Diese Modelle werden im Disease Modelling analysiert um Genfunktionen und Zellprozesse zu identifizieren und den Einfluss von Umwelt und Alterungsprozessen zu bewerten. Ein Schwerpunkt liegt dabei in der Untersuchung neurologischer und psychiatrischer Krankheiten.

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