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Förderungen
12.06.2019

Klimawandelprojekt EXHAUSTION: Förderung für Helmholtz Zentrum München

Das internationale Klimawandelprojekt EXHAUSTION, an dem neben dem Helmholtz Zentrum München weitere 13 europäische Institutionen beteiligt sind, erhält für die kommenden vier Jahre eine Förderung von insgesamt 6,6 Mio. Euro. Davon gehen 700.000 Euro an das Helmholtz Zentrum München. Die Fördermittel stammen aus dem EU-Rahmenprogramm ‚Horizon 2020‘*. EXHAUSTION wird federführend vom Center for International Climate Research in Oslo, kurz CICERO**, geleitet.

©jozsitoeroe/ Fotolia

Extreme Hitze, ausbleibende Niederschläge und damit verbundene Großbrände gelten als die wichtigsten Klimarisiken in Europa und beeinflussen im Umkehrschluss auch die Gesundheit der Menschen. Vor allem Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems und der Atemwege nehmen in Hitzeperioden zu. So verursachen beispielsweise Flächenbrände eine enorme Belastung der Luft mit Feinstaubpartikeln und Ozon. Diese gesundheitsgefährdenden Stoffe stehen in direkter Beziehung zu kardiopulmonalen Erkrankungen in Europa. Hinzu kommt, dass durch die Klimaerwärmung Episoden mit extremen Temperaturen und hohen Ozonwerten meist gleichzeitig auftreten, häufiger vorkommen, länger anhalten und immer intensiver werden.

Das internationale Projekt EXHAUSTION, an dem auch ein Team aus dem Institut für Epidemiologie des Helmholtz Zentrums München beteiligt ist, will daher den Zusammenhang zwischen klimatischen Bedingungen und dem vermehrten Auftreten der genannten Erkrankungen näher untersuchen. Basierend auf den neuesten Klimamodellen werden die Projektpartner hierfür Hochrechnungen für extreme Hitze und Luftverschmutzung erstellen. Die Forschenden haben außerdem Zugriff auf umfangreiche Gesundheitsregister zu aktuellen und in der Vergangenheit liegenden Erkrankungs- und Sterblichkeitsraten innerhalb Europas und können weiterhin auf die Zeitreihen von mehr als 15 europäischen Ländern des Multi-Country Multi-City Collaborative Research Networks zurückgreifen.

“Diese Daten ermöglichen uns, ganz neue Erkenntnisse zur Dosis-Wirkbeziehung von großer Hitze, Luftverschmutzung und kardiopulmonalen Erkrankungen zu gewinnen“, erläutert Dr. Alexandra Schneider, Leiterin der Arbeitsgruppe ‚Environmental Risks‘ des Instituts für Epidemiologie (EPI) am Helmholtz Zentrum München. „Indem wir die Prognosen für extreme Hitze und Luftschadstoffbelastungen mit den gesundheitlichen Auswirkungen in Verbindung setzen, können wir die zukünftige Häufigkeit kardiopulmonaler Erkrankungen und die zugehörige Sterblichkeit im europäischen Umfeld besser bestimmen“, so Schneider weiter. Ziel ist es, durch extreme Hitze und Luftverschmutzung verursachte Veränderungen in der Erkrankungs- und Sterblichkeitsrate unter Berücksichtigung bestimmter klimatischer Szenarios zu quantifizieren.

Im Rahmen des Projekts sollen außerdem Anpassungsmöglichkeiten an veränderte klimatische Bedingungen identifiziert, entstehende Kosten für die Allgemeinheit kalkuliert und wirksame Strategien entwickelt werden, um negative Auswirkungen zu minimieren.

„Wir möchten mit unserer Forschung auf die sich verändernden klimatischen Bedingungen und deren Konsequenzen für die Gesundheit der Bevölkerung aufmerksam machen und gleichzeitig Möglichkeiten aufzeigen, damit umzugehen. Daher wird es uns nach Abschluss des Projekts ein Anliegen sein, die europäische Öffentlichkeit sowie Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft über die Ergebnisse von EXHAUSTION zu informieren“, so Dr. Kristin Aunan, Wissenschaftlerin bei CICERO und Leiterin des Projekts über die künftige Kommunikation der wissenschaftlichen Ergebnisse.

Weitere Informationen

* Horizont 2020 ist das Rahmenprogramm der Europäischen Union für Forschung und Innovation. Als Förderprogramm zielt es darauf ab, EU-weit eine wissens- und innovationsgestützte Gesellschaft und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft aufzubauen sowie gleichzeitig zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Um gezielt in die Gesellschaft wirken zu können, setzt das Programm Schwerpunkte und enthält einen umfassenden Maßnahmenkatalog: www.horizont2020.de.

**Das Center for International Climate Research (CICERO) ist führender Partner im Projekt Exhaustion und leitet die interdisziplinäre Arbeitsgruppe bestehend aus Klimaforschern, Gesundheitsexperten und Medizinern.

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus, Allergien und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.500 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 19 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören. 

Das Institut für Epidemiologie (EPI) erforscht die Zusammenhänge von Umwelt, Lebensstil und Genetik bei der Entstehung und Progression verschiedener Krankheiten. Im Fokus stehen Stoffwechsel-, Atemwegs- und allergische Erkrankungen, aber auch Herzkreislauferkrankungen und die mentale Gesundheit. Das Ziel ist auf der einen Seite, die molekularen Mechanismen der Krankheitsentstehung in der Bevölkerung besser zu verstehen. Auf der anderen Seite dienen die wissenschaftlichen Studien dazu, neue Wege in der Prävention auf individuellerer Ebene zu gehen als auch eine evidenzbasierte Gesundheitsvorsorge durch verbesserte Umweltbedingungen zu ermöglichen. Die Forschung stützt sich unter anderem auf die einzigartigen bevölkerungsbasierten KORA-Ressourcen (Kohorte, Herzinfarktregister, Aerosol-Messstation). Folgestudien innerhalb der Kohorte ermöglichen die Untersuchung von Frühformen und Komplikationen ausgewählter chronischer Erkrankungen und deren Verbreitung in der Bevölkerung. Darüber hinaus kommen Daten und biologische Proben aus den Geburtskohorten GINI und LISA. Das Institut ist zudem federführend an Planung und Aufbau der NAKO Gesundheitsstudie beteiligt und baut das zentrale Bioproben-Lager der NAKO.

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