Meldung

16.11.2016

Wissenschaftler entdecken herzschützende Wirkung von Spermidin

Ein internationales Wissenschaftlerteam hat eine heilsame Wirkung der natürlichen Substanz Spermidin gefunden: Es schützt das Herz. Forscher des Helmholtz Zentrums München arbeiteten dabei eng mit ihren Kollegen von der Universität Graz zusammen. Die gemeinsam publizierten Ergebnisse sind nun bei Nature Medicine veröffentlicht.

Prof. Martin Hrabě de Angelis / Quelle: HMGU

Viele ältere Menschen leiden an einem fortschreitenden Verlust der Herzelastizität, einhergehend mit einer Verdickung der Herzwände. Diese sogenannte diastolische Herzmuskelschwäche mindert die Lebensqualität, führt zu Kurzatmigkeit und Leistungsabfall. In Kombination mit erhöhtem Blutdruck stellt diese Form der Herzinsuffizienz, für die es bislang keine wirksame Behandlung gibt, eine der häufigsten Todesursachen in der westlichen Welt dar.

Hoffnung machen nun die Forschungsergebnisse des internationalen Teams. Spermidin* weist eine positive Wirkung auf das Herz nach. „In Tiermodellen erhöhte Spermidin die Herzelastizität und diastolische Entspannung, während die Verdickung der Herzwände abnahm“, sagt Prof. D. Martin Hrabě de Angelis, Leiter des Instituts für Experimentelle Genetik und Direktor der Deutschen Mausklinik am Helmholtz-Zentrum München. „Das bedeutet: Der Herzmuskel kann sich zwischen den Schlägen besser entspannen und sich daher wieder mit mehr Blut füllen. Außerdem senkte Spermidin erhöhten Blutdruck“ so. Hrabě de Angelis weiter.

Gemeinsam konnten die Wissenschaftler zeigen, dass Menschen, die viel Spermidin über die Nahrung zu sich nehmen – enthalten z.B. in Weizenkeimen, Pilzen, bestimmten Käsesorten, Erbsen, Nüssen,- deutlich seltener an Herzerkrankungen sterben und einen niedrigeren Blutdruck aufweisen.

Erst kürzlich bewiesen Forscherinnen und Forscher der Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Frank Madeo von der Karl-Franzens-Universität Graz, dass Spermidin altersbedingten Gedächtnisschwund umkehren kann. Nun kommt eine weitere positive Eigenschaft von Spermidin hinzu.
 

Weitere Informationen

Cardioprotection and lifespan extension by the natural polyamine spermidine; Tobias Eisenberg et al., Nature Medicine, DOI: 10.1038/nm.4222

Link zur Publikation

* Spermidin ist ein organisches Amin, das zum ersten Mal in Sperma identifiziert wurde. Es kommt in allen lebenden Zellen vor und ist eng mit dem Zellwachstum verbunden. Die genaue physiologische Funktion ist aber unklar.

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören.

Ziel der Forschung des Instituts für Experimentelle Genetik (IEG) ist, Ursachen und Entstehung menschlicher Erkrankungen zu verstehen. Durch seine leitende Funktion in interdisziplinären und internationalen Konsortien hat das IEG eine weltweit führende Position in der systemischen Untersuchung von Mausmodellen für Krankheiten des Menschen und der Aufklärung von beteiligten Genen. Schwerpunkt bilden dabei Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes. Das IEG ist Gründer der Deutschen Mausklinik (GMC) und leitet das Europäische Maus Mutanten Archiv (EMMA). Zudem koordiniert das IEG die europäische Forschungsinfrastruktur Infrafrontier (ESFRI). Das IEG ist Teil des Helmholtz Diabetes Center (HDC).
Dem IEG gehört die Abteilung Genomanalysezentrum (GAC) an, die die Entwicklung komplexer Krankheiten und den Umwelteinfluss bei ihrer Entstehung untersucht.

 

 

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