Pressemitteilung

Forschungsförderung
27.07.2018

Helmholtz Zentrum München an sechs SFBs beteiligt

Sonderforschungsbereiche (SFBs) sind ein Förderinstrument der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zur Stärkung der Spitzenforschung. Kürzlich wurden sechs SFBs mit Beteiligung des Helmholtz Zentrums München neu bewilligt oder verlängert. Im Zuge dessen fließen rund 2,7 Millionen Euro Fördermittel in die Projekte.

Quelle: Deutsche Forschungsgemeinschaft

Die Förderung der neu bewilligten Vorhaben begann Anfang Juli 2018 und läuft zunächst über vier Jahre. Da die Antragstellung durch eine Hochschule erfolgen muss, liegt die Koordination der Projekte mit Beteiligung des Helmholtz Zentrum München jeweils entweder bei der Technischen Universität München (TUM) oder der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Insgesamt laufen somit am Helmholtz Zentrum München aktuell 16 verschiedene SFBs/TRRs* mit 34 Teilprojekten.


Modellierung und Targeting des  Pankreaskarzinoms (SFB 1321/1)

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen in diesem Projekt die biologischen Eigenschaften des hochaggressiven und weitgehend therapieresistenten Bauchspeicheldrüsenkrebses. Sie gehen davon aus, dass nur ein umfassendes mechanistisches Verständnis des Pankreaskarzinoms und seiner speziellen Eigenschaften zu einer nachhaltigen Verbesserung für die betroffenen Patienten führt. Gleich drei Projekte laufen in diesem Zusammenhang am Helmholtz Zentrum München: Dr. Kerstin Stemmer und Prof. Dr. Matthias Tschöp widmen sich der Frage, wie Übergewicht und ein krankhafter Stoffwechsel zur steigenden Zahl von Pankreaskrebs-Fällen beiträgt, um künftig vorbeugend eingreifen zu können. Umgekehrt kann aber auch der Tumor den Stoffwechsel beeinflussen. In diesem Zusammenhang werden Dr. Mauricio Berriel Diaz und Prof. Dr. Stephan Herzig erforschen, wie es zur sogenannten Kachexie (einem stark ausgeprägten Gewichtsverlust durch die Krebserkrankung) kommt. Das dritte Projekt unter der Leitung von Dr. Christina Scheel und Dr. Maximilian Reichert (TU München) untersucht die Plastizität der Zellen beim Pankreaskarzinom. Ziel ist es, zu verstehen, wie die Zellen zwischen Ausbreitung und Selbstschutz hin und her wechseln, wodurch die hohe Aggressivität und die Therapieresistenz des Pankreaskarzinoms zustande kommen. Das Gesamtvolumen für die drei Projekte beträgt etwa 1.023.000 Euro.

Lebensentstehung: Erkundung von Mechanismen mit interdisziplinären Experimenten (TRR 235/1)*

Wie entstand das Leben auf der Erde? Dieser Frage gehen die beteiligten Wissenschaftler in einem umfassenden Ansatz nach, der die Disziplinen Astronomie, Geowissenschaften, Physik, Chemie und Biologie miteinander verbindet. So wollen sie zentrale Aspekte der molekularen Evolution mithilfe von Laborexperimenten untersuchen und verstehen, wie aus unbelebter Substanz lebende Materie entsteht. Langfristiges Ziel ist es zu verstehen, wie sich unter den Bedingungen auf der jungen Erde primitive lebende Systeme aufbauen konnten. Die Wissenschaftler, zu denen auch Prof. Dr. Philippe Schmitt-Kopplin vom Helmholtz Zentrum München gehört, erwarten, dass ihre Forschung dazu beitragen kann, mehr über die molekularen Grundlagen des Lebens zu erfahren. Das Fördervolumen für das Zentrum liegt bei rund 472.000 Euro.

Steuerung der Energiehomöostase durch TRP-Kanäle (SFB TRR 152/2)

Im Fokus des nun verlängerten Projekts steht eine große Proteinfamilie: die transient receptor potential (TRP) Kanäle. Sie steuern zahlreiche physiologische Funktionen und sind unter anderem für den Stoffwechsel von großer Bedeutung. Noch gelten die TRP-Kanäle aber als weitgehend unverstanden und speziell ihre Rolle bei Volkskrankheiten wie Diabetes und Adipositas soll im Rahmen des SFBs näher erforscht werden. Daran beteiligt sind auch Prof. Dr. Matthias Tschöp und Dr. Timo Müller, Experten für die TRP-Moleküle und im Speziellen für den temperaturempfindlichen TRP Kanal Trpm8. Dieser ist an der Regulation des Energiehaushalts beteiligt und beeinflusst Signalwege im Zentralnervensystem, dem Fettgewebe und der Bauchspeicheldrüse. Diese TRP-gesteuerten Signalwege wollen die Helmholtz-Forscher besser verstehen, um gegebenenfalls gezielt Pharmakotherapien zur Behandlung von Adipositas und Diabetes zu entwickeln. Für ihr geplantes Vorgehen erhalten Tschöp und Müller rund 434.000 Euro Fördergeld.

Chemische Biologie epigenetischer Modifikationen (SFB 1309/1)

Dieses Projekt konzentriert sich auf die sogenannte Epigenetik. Konkret geht es um kleine chemische Veränderungen am Erbgut, die zu umfangreichen Steuerungsprozessen in der Zelle führen können. Trotz ihrer Wichtigkeit, ist relativ unklar, welche Veränderungen es gibt, wie sie zustande kommen und wie sie wirken. Als einer von zwei Helmholtz-Forschern wird Prof. Dr. Michael Sattler sich dem Thema strukturbiologisch näheren. Er ist Experte für Modifikationen an nicht-kodierenden RNAs und RNA-Protein-Wechselwirkungen. Sein Kollege Prof. Dr. Robert Schneider wird sich auf die Biochemie und Chromatin-Biologie konzentrieren: Vor allem neuartige Änderungen der Nukleosomen gehören zu seinem Themengebiet. Das Fördervolumen beträgt rund 422.000 Euro.

Aberrante Immunsignale bei Krebserkrankungen (SFB 1335/1)

Im Rahmen dieses Projekts soll erforscht werden, wie fehlgeleitete Immunsignale zu Krebs beitragen und wie Eingriffe in diese Prozesse zu besseren Therapien umgesetzt werden könnten. Beteiligt vom Helmholtz Zentrum München ist Prof. Dr. Daniel Krappmann, der speziell bei Tumoren des Lymphgewebes ansetzt: Ihn interessiert das Zusammenspiel von krebsauslösenden Immunsignalwegen mit post-transkriptionaler Genregulation. In diesem Zusammenhang kombiniert er die Geneditierung durch CRISPR/Cas mit pharmakologischen Hemmstoffen, um den Erfolg von Behandlungen besser vorhersagen zu können und Präzisionstherapien gegen maligne Lymphome zu entwickeln. Rund 340.000 Euro fließen dafür in den kommenden Jahren ans Zentrum.

Zudem ist Prof. Dr. Stephan Herzig am verlängerten Projekt „Atherosklerose: Mechanismen und Netzwerke neuer therapeutischer Zielstrukturen“ (SFB 1123) beteiligt. Wie der Name bereits verrät, arbeiten die Forschenden auf eine verbesserte vaskuläre Prävention und Therapie bei Atherosklerose hin. Dazu suchen sie nach lohnenden therapeutischen Zielstrukturen.


Weitere Informationen

* TRR steht für standortübergreifende Transregio-Forschungsprojekte.

Hier geht es zur Meldung „DFG fördert 14 neue Sonderforschungsbereiche“.

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus, Allergien und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören. 

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