Pressemitteilung

Auszeichnung
03.08.2018

Helmholtz International Fellow Award für Claudia Langenberg

Als einer von fünf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern wird Dr. Claudia Langenberg von der University of Cambridge der diesjährige Helmholtz International Fellow Award verliehen. Neben einem Preisgeld von 20.000 Euro erhält die Ärztin und Epidemiologin eine Einladung zu einem Forschungsaufenthalt am Helmholtz Zentrum München.

Helmholtz International Fellow Award Preisträgerin Dr. Claudia Langenberg. Quelle: MRC Epidemiology Unit

„Claudia Langenberg ist eine ausgewiesene Expertin in der Erforschung von kausalen Mechanismen und insbesondere genetischen Faktoren, die zu Insulinresistenz, Typ-2-Diabetes und anderen metabolischen Erkrankungen führen“, erklärt Dr. Gabi Kastenmüller, kommissarische Leiterin des Instituts für Bioinformatik und Systembiologie. Gemeinsam mit Prof. Annette Peters, Direktorin des Instituts für Epidemiologie am Helmholtz Zentrum München, hatte sie Claudia Langenberg nominiert. „Wir kollaborieren bereits im Rahmen der bislang umfangreichsten Studie zur genetischen Prägung des Stoffwechsels und daraus entstehenden klinischen Konsequenzen. Nun freuen wir uns, diese Zusammenarbeit zu intensivieren und zum gegenseitigen Nutzen zu vertiefen.“ Die Übergabe des Preises in München ist für Mitte November geplant.

Wie der Name schon vermuten lässt, liegen Claudia Langenberg‘s Wurzeln im deutschsprachigen Raum: Geboren in München, studierte und promovierte sie in Medizin an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und wechselte nach klinischer Tätigkeit für ihren Master und Doktor in Epidemiologie an die London School of Hygiene and Tropical Medicine und University College London. 2016 schloss sie ihre Facharztausbildung in Public Health ab und übernahm 2017 die Programmleitung der Molekularen Epidemiologie an der Medical Research Council‘s Epidemiology Unit der University of Cambridge, wo sie schon zuvor arbeitete und die EPIC-InterAct-Studie mitkoordinierte. Aktuell lebt sie mit ihrem Mann und zwei kleinen Töchtern in London. 

Genetische Grundlagen von Typ-2-Diabetes im Blick

„Die Arbeit von Claudia Langenberg konzentriert sich mittlerweile vor allem auf die Integration von „-omics“ Daten zur Erforschung der genetischen Grundlagen von Typ-2-Diabetes – einem unserer thematischen Schwerpunkte am Helmholtz Zentrum München“, sagt Annette Peters. „Genau wie wir arbeitet sie dazu vorwiegend mit sehr großen Datenmengen aus internationalen Bevölkerungsstudien und wir freuen uns die entsprechende Expertise über Ländergrenzen hinweg zusammenzuführen.“

Die Epidemiologin ist insgesamt an mehr als 250 wissenschaftlichen Arbeiten beteiligt, mit Publikationen in hochkarätigen Journalen. Claudia Langenberg spielte eine tragende Rolle für den Aufbau internationaler Konsortien wie MAGIC (Meta-Analysis of Glucose and Insulin related traits Consortium) und COMETS (Consortium of Metabolomics Studies). Sie war Chef-Editorin des Reports ‚Generation Genome‘ des englischen Chief Medical Officers. 2018 etablierte die Regierung des Vereinigten Königreiches einen nationalen Genomik-Rat, dessen Aufgabe die Umsetzung der Empfehlungen des Reports und die Umstrukturierung genomischer Medizin im englischen NHS (National Health Service) beinhaltet.

„Ich bin sehr stolz diesen Preis zu erhalten. Ich betrachte ihn als internationale Anerkennung der Arbeit und des Erfolges des ganzen Teams. Der International Fellow Award ist ein Stimulus, die Kollaboration und Forschung mit unseren wissenschaftlichen Partnern in München noch enger zu verzahnen“, so Preisträgerin Langenberg. „Ich freue mich, im November die Helmholtz Community näher kennenzulernen und München nochmal neu für mich zu entdecken, eine Stadt zu der ich eine ganz besondere Verbundenheit habe.“

Weitere Informationen

Hintergrund:

Die übrigen Preisträger des Helmholtz International Fellow Award sind dieses Jahr: Peter Bauer (Deputy Director, European Centre for Medium-Range Weather Forecasts, UK), Richard James Saykally (Professor, Dpt. of Experimental and Theoretical Physical Chemistry, University of California, Berkeley, USA), Melinda Darby Dyar (Senior Scientist, Planetary Science Institute, USA) und Nils Mårtensson (Professor, Dpt.  of Physics and Astronomy, Uppsala University, Schweden). Erstmals verliehen wurde der Preis, der aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds des Helmholtz-Präsidenten finanziert wird, im Jahr 2012. Die Auswahl der von Helmholtz-Einrichtungen nominierten Preisträger trifft das Helmholtz-Präsidium seither zwei Mal jährlich. Im Herbst 2018 werden in einer zweiten Ausschreibungsrunde fünf weitere Forscherinnen und Forscher ausgezeichnet. Der Stichtag für die Anträge der nächsten Auswahlrunde wird der 28. September 2018 sein. Die Auswahl findet dann auf der Präsidiumssitzung am 7. November 2018 statt. Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf der Webseite der Helmholtz-Gemeinschaft.

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus, Allergien und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören. 

Das Institut für Epidemiologie (EPI) erforscht die Zusammenhänge von Umwelt, Lebensstil und Genetik bei der Entstehung und Progression verschiedener Krankheiten. Im Fokus stehen Stoffwechsel-, Atemwegs- und allergische Erkrankungen, aber auch Herzkreislauferkrankungen und die mentale Gesundheit. Das Ziel ist auf der einen Seite, die molekularen Mechanismen der Krankheitsentstehung in der Bevölkerung besser zu verstehen. Auf der anderen Seite dienen die wissenschaftlichen Studien dazu, neue Wege in der Prävention auf individuellerer Ebene zu gehen als auch eine evidenzbasierte Gesundheitsvorsorge durch verbesserte Umweltbedingungen zu ermöglichen. Die Forschung stützt sich unter anderem auf die einzigartigen bevölkerungsbasierten KORA-Ressourcen (Kohorte, Herzinfarktregister, Aerosol-Messstation). Folgestudien innerhalb der Kohorte ermöglichen die Untersuchung von Frühformen und Komplikationen ausgewählter chronischer Erkrankungen und deren Verbreitung in der Bevölkerung. Darüber hinaus kommen Daten und biologische Proben aus den Geburtskohorten GINI und LISA. Das Institut ist zudem federführend an Planung und Aufbau der NAKO Gesundheitsstudie beteiligt und baut das zentrale Bioproben-Lager der NAKO.

Schwerpunkt des Instituts für Bioinformatik und Systembiologie (IBIS) ist die Genom-orientierte Bioinformatik, bei der eine systematische Analyse der genetischen Information erfolgt. In diesem Rahmen werden Genomverschlüsselungen, Expressionsmuster und Proteomics untersucht. Dabei entwickelt und überprüft IBIS bioinformatische Methoden. Das IBIS verwaltet außerdem das Munich Information Center for Protein Sequences (MIPS), das genetische Datensätze enthält sowie Vergleichsanalysen von mikrobiotischen und pflanzlichen Genomen.

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