Pressemitteilung

Auszeichnung
05.09.2018

Carolin Daniel mit Georges-Köhler-Preis ausgezeichnet

Die Deutsche Gesellschaft für Immunologie (DGfI) hat Dr. Carolin Daniel vom Helmholtz Zentrum München mit dem Georges-Köhler-Preis als herausragende Nachwuchswissenschaftlerin geehrt. Vor allem ihre Arbeiten zur Rolle des Immunsystems bei Diabetes mellitus standen dabei im Fokus. Die Verleihung des mit 3.000 Euro dotierten Preises fand am 3. September 2018 im Rahmen des 5. European Congress of Immunology in Amsterdam statt.

Die Preisträger der DGfI 2018: v.l. Dr. Eva Kaufmann (Werner-Müller-Preis), Dr. Carolin Daniel (Georges-Köhler-Preis), Dr. Susann Eichler (Herbert-Fischer-Preis) & Dr. Jan Böttcher (Fritz-und-Ursula-Melchers-Postdoktorandenpreis); © J. Hirscher

Carolin Daniel arbeitet mit ihrem Team am Institut für Diabetesforschung des Helmholtz Zentrums München. Dort untersucht sie, wie sich die Autoimmunreaktion verhindern lässt, die Diabetes vom Typ-1 zugrunde liegt. Vor allem die Zellen des Immunsystems hat sie dabei im Visier, wie sie auch im Video „Impfung gegen Diabetes-Typ-1“ berichtet. Auf der Basis dieser Forschungsarbeiten möchte Carolin Daniel zunächst die Mechanismen entschlüsseln, die zur Erkrankung führen, um anschließend gezielt in diese eingreifen zu können. Langfristig sollen so neue Konzepte zur Prävention und Behandlung von Typ-1-Diabetes entwickelt werden. Anfang des Jahres war Daniel und ihrem Team etwa gelungen, einen wichtigen Signalweg zu unterbinden und damit eine Fehlreaktion des Immunsystems zu verhindern.

Carolin Daniel studierte Ernährungswissenschaft an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und fertigte ihre Diplomarbeit am Max-Planck-Institut in Bad Nauheim an. Von 2003-2007 promovierte sie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main in Zusammenarbeit mit dem Karolinska Institut in Stockholm. 2008 wechselte sie mit der Unterstützung eines Leopoldina-Stipendiums in das Labor von Harald von Boehmer am Dana Faber Cancer Center/Harvard Medical School in Boston. Seit März 2012 leitet sie die Forschungsgruppe ‚Immuntoleranz bei Diabetes‘ am Institut für Diabetesforschung des Helmholtz Zentrums München. Diese Leitungsfunktion wurde 2016 verstetigt und Carolin Daniel erhält von der Helmholtz-Gesellschaft als herausragende Wissenschaftlerin Forschungsgelder für eine W2-Professur. Carolin Daniel und ihr Team sind Partner im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD). Für ihre Forschungstätigkeit erhielt sie zahlreiche Preise und Auszeichnungen darunter im vergangenen Jahr den Ernst-Friedrich-Pfeiffer-Preis der Deutschen Diabetes Gesellschaft.

Der Georges-Köhler-Preis wird jährlich von der DGfI* an Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftler verliehen, deren Arbeiten zum besseren Verständnis des Immunsystems beigetragen oder daraus resultierende Anwendungen geschaffen haben. Namensgeber ist Prof. Dr. Georges Jean Franz Köhler (1946-1995), Nobelpreisträger 1984 für Physiologie oder Medizin (zusammen mit César Milstein und Niels K. Jerne für die Entdeckung des Prinzips der Herstellung von monoklonalen Antikörpern) und früherer Direktor am Max-Planck-Institut für Immunbiologie, Freiburg. Sponsor des Preises ist die Dr.-Ing. h.c. F. Porsche AG, Stuttgart-Zuffenhausen.

Weitere Informationen

Näheres zu Carolin Daniel und ihrer Forschung finden Sie in unserem Forscherportrait „Blauhelmsoldaten gegen Typ-1-Diabetes“ sowie im Beitrag „Vogelperspektive und Blick aufs Detail?“.

*Die Deutsche Gesellschaft für Immunologie e.V. (DGfI), gegründet 1967, vereint führende Naturwissenschaftler und Mediziner, um die Wirkmechanismen der körpereigenen Abwehr zu erforschen. Dadurch werden bedeutende Grundlagen für die Diagnose und Behandlung von Krankheiten geschaffen. Durch nationale Schulungen (Akademie für Immunologie) und im Austausch mit internationalen Fachgesellschaften fördert die DGfI in besonderem Maße den wissenschaftlichen und klinischen Nachwuchs. Auch die Akzeptanz für immunologische Forschung in der breiten Bevölkerung zu erhöhen, ist der DGfI ein wichtiges Anliegen. Mit über 2.300 Mitgliedern ist die DGfI weltweit die viertgrößte nationale Fachgesellschaft für Immunologie. Weitere Informationen finden Sie auf www.dgfi.org.

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus, Allergien und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören. 

Das Institut für Diabetesforschung (IDF) befasst sich mit der Entstehung und Prävention von Typ-1-Diabetes. Ein vorrangiges Projekt des Instituts ist die Entwicklung einer antigen-basierten Therapie zur Erzeugung einer Immuntoleranz. In groß angelegten Langzeitstudien untersucht das IDF den Zusammenhang von Genen, Umweltfaktoren und Immunsystem für die Pathogenese von Typ-1-Diabetes. Mit den Daten der Geburtskohorte BABYDIAB, die 1989 als weltweit erste prospektive Diabetes-Geburtskohorte etabliert wurde, konnte die Anfälligkeit für die Entstehung einer mit Typ-1-Diabetes assoziierten Autoimmunität in den ersten zwei Lebensjahren aufgedeckt werden. Das im Jahr 2015 vom IDF initiierte Pilotprojekt Fr1da war weltweit das erste bevölkerungsweite Screening auf Inselautoimmunität in der Kindheit, die als Frühstadium des Typ-1-Diabetes zu werten ist.  Das IDF ist Teil des Helmholtz Diabetes Center (HDC).

Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung (DZD) e.V. ist eines der sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung. Es bündelt Experten auf dem Gebiet der Diabetesforschung und verzahnt Grundlagenforschung, Epidemiologie und klinische Anwendung. Ziel des DZD ist es, über einen neuartigen, integrativen Forschungsansatz einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen, maßgeschneiderten Prävention, Diagnose und Therapie des Diabetes mellitus zu leisten. Mitglieder des Verbunds sind das Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, das Deutsche Diabetes-Zentrum DDZ in Düsseldorf, das Deutsche Institut für Ernährungsforschung DIfE in Potsdam-Rehbrücke, das Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen des Helmholtz Zentrum München an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und das Paul-Langerhans-Institut Dresden des Helmholtz Zentrum München am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden, assoziierte Partner an den Universitäten in Heidelberg, Köln, Leipzig, Lübeck und München sowie weitere Projektpartner.

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