Pressemitteilung

Forschungsförderung
26.03.2019

Bundesweit operierendes Helmholtz Flaggschiff für Künstliche Intelligenz kommt nach München

Neue Technologien und moderne Forschungsansätze erzeugen heute immense Datenberge – vom All, vom Klima, vom menschlichen Körper. Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) ist es möglich, die Wissensschätze aus solchen Datenbergen effizient zu heben und zu verknüpfen. Als größte Forschungseinrichtung Deutschlands baut die Helmholtz-Gemeinschaft den Bereich von angewandter KI nun massiv aus. Das zentrale Element dabei ist die mit jährlich 11,4 Mio. Euro geförderte Forschungseinheit Helmholtz Artificial Intelligence Cooperation Unit (HAICU), deren Hauptsitz am Helmholtz Zentrum München aufgebaut wird.

Helmholtz Artificial Intelligence Cooperation Unit (HAICU). © amiak/ Fotolia.com (modified)

Geleitet wird diese bundesweit operierende Forschungsplattform von Prof. Dr. Dr. Fabian Theis, Direktor des Instituts für Computational Biology am Helmholtz Zentrum München und Professor für Mathematische Modellierung biologischer Systeme an der Technischen Universität München. Er ist Fachmann für komplexe, heterogene und vor allem riesige Datenmengen. „Die sprichwörtlichen Big Data sind heute in aller Munde, wobei bigger per se erstmal nicht unbedingt better bedeutet“, erklärt der 42-jährige Mathematiker. „Bigger wird erst dann zum Erfolg, wenn die KI mit jedem neuen Datenpunkt smarter wird und man die Daten immer besser durchforsten und kombinieren kann – und genau daran arbeiten wir.“

Wir, damit meint Theis das Team in der Münchner HAICU-Zentrale: Hier werden künftig fünf weitere Abteilungen aufgebaut, um Spitzenforschung in angewandter KI zu betreiben. Darüber hinaus wird eine Gruppe an Experten als sogenannte KI Consultants rekrutiert, die helfen, komplexe Forschungsprojekte auf der Basis von KI-Methoden zu konzipieren und zu beschleunigen. Ihre Aufgabe ist es letztlich, Anwendungen für die unterschiedlichsten Fragestellungen aus den verschiedenen Helmholtz-Zentren maßzuschneidern und vor Ort umzusetzen. „KI ist oft noch geheimnisbehaftet und nur Experten vorbehalten – unser Ziel ist es, den Zugang zu KI zu demokratisieren und deren Einsatz in der Helmholtz Gemeinschaft voranzutreiben“, sagt Theis.

HAICU ist als eigenständige Einheit ein Prototyp, dessen Struktur durch die Experten des „Helmholtz Inkubator Information & Data Science“ - ein Think Tank für Lösungen der Künstlichen Intelligenz und des maschinellen Lernens innerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft - in den letzten eineinhalb Jahren konzipiert wurde. Vernetzt mit den Münchner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern um Fabian Theis aus der HAICU-Zentrale werden fünf lokale Forschungsbereich-spezifische Einheiten am Karlsruher Institut für Technologie, Forschungszentrum Jülich, Helmholtz-Zentrum Geesthacht, Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf und am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Oberpfaffenhofen aufgebaut. 

Satelliten, Supercomputer oder Stammzelle – die Daten warten überall

Die Helmholtz-Gemeinschaft hat eine herausragende Ausgangsposition für angewandte KI. So betreibt sie beispielsweise große Forschungsinfrastrukturen für Kern- und Teilchenphysik, einen Supercomputer, Satelliten-Missionen oder befasst sich mit komplexen Simulationen von Stammzellen. HAICU soll all diese Daten nutzen und der entscheidende Katalysator werden, um damit ein weltweit führender Kompetenzträger im Bereich angewandter KI zu werden und umgekehrt wieder auf die Forschung einzuzahlen. „In der Helmholtz-Gemeinschaft existiert ein exponentiell wachsender Schatz an Big Data“, so der Helmholtz-Präsident Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Otmar D. Wiestler. „An allen Standorten und in allen Einzeldisziplinen gibt es innovative Ansätze und herausragende Methodenkompetenz. Aber erst durch deren Zusammenspiel ergeben sich oft ungeahnte Möglichkeiten. Helmholtz stellt das Know-how und die Manpower bereit, diese Synergien zu nutzen. Dadurch werden Helmholtz-Zentren nun auch im Bereich angewandter Künstlicher Intelligenz zu einem gefragten Kooperationspartner der Industrie, daraus resultierende Ausgründungen stärken die Wirtschaft deutschlandweit.“

„HAICU und vor allem deren Zentrale bei uns am Helmholtz Zentrum München verstärkt München aufs Neue als den Standort für zukunftsweisende Spitzenforschung, festigt und intensiviert aber auch unsere Kooperationen mit der Industrie sowie den beiden Exzellenzuniversitäten TUM und LMU“, sagt Prof. Dr. med. Dr. h.c. Matthias H. Tschöp, CEO des Helmholtz Zentrums München. „Gerade mit der TU München gibt es natürlich in den Bereichen Informatik, Robotik und Maschinelles Lernen weitreichende Synergien. Wir freuen uns und verstehen den Zuschlag als Anerkennung für unsere bereits angestoßenen Aktivitäten im Bereich der Schlüsseltechnologie Künstliche Intelligenz und ihrer Anwendung in der Biomedizin. Sowohl Helmholtz-Präsident Otmar Wiestler als auch Ministerpräsident Markus Söder sehen wie wir die Künstliche Intelligenz als zentral zukunftsweisendes Forschungsthema. Durch diese Förderung und die herausragende wissenschaftliche Expertise der Zentren stärkt die Helmholtz-Gemeinschaft Forschung auf Weltklasse-Niveau in Deutschland.“

Weitere Informationen

HAICU Website

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus, Allergien und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 19 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören. 

Die Technische Universität München (TUM) ist mit rund 550 Professorinnen und Professoren, 41.000 Studierenden sowie 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine der forschungsstärksten Technischen Universitäten Europas. Ihre Schwerpunkte sind die Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Lebenswissenschaften und Medizin, verknüpft mit den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Die TUM handelt als unternehmerische Universität, die Talente fördert und Mehrwert für die Gesellschaft schafft. Dabei profitiert sie von starken Partnern in Wissenschaft und Wirtschaft. Weltweit ist sie mit dem Campus TUM Asia in Singapur sowie Verbindungsbüros in Brüssel, Kairo, Mumbai, Peking, San Francisco und São Paulo vertreten. An der TUM haben Nobelpreisträger und Erfinder wie Rudolf Diesel, Carl von Linde und Rudolf Mößbauer geforscht. 2006 und 2012 wurde sie als Exzellenzuniversität ausgezeichnet. In internationalen Rankings gehört sie regelmäßig zu den besten Universitäten Deutschlands. 

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