Zielsetzung

Allgemeine Zielsetzung

Quelle: HMGU

Die Entstehung der chronischen Erkrankungen, mit denen sich das Helmholtz-Zentrum beschäftigt, hängt von komplexen Interaktionen zwischen genetischer Disposition und exogenen Faktoren ab. In diesem Wechselspiel kommt dem Immunsystem als dem allgemeinen Abwehrsystem des Menschen eine zentrale Rolle zu. Immunologische Reaktionen entscheiden darüber, ob sich eine Krankheit entwickelt, ob ein langdauerndes Gleichgewicht zwischen einem pathogenen Agens und dem Organismus entsteht oder ob die krankmachenden Faktoren eliminiert werden. Insofern ist die Immunantwort nicht nur ein Schutzmechanismus, sondern kann selbst zur Pathogenese beitragen, etwa wenn Virus-induzierte Immunreaktionen chronische Entzündungen entstehen lassen.

Während für Allergien und Autoimmunerkrankungen überschießende Immunreaktionen ursächlich sind, kommt es bei malignen Erkrankungen zu einer Unterdrückung der spezifischen Antwort gegen die Tumorzellen. Zwar können immunologische Effektorzellen Antigene, die von Virus-induzierten oder malignen Zellen exprimiert werden, als fremd erkennen, jedoch entkommen die pathologisch veränderten Zellen auf unterschiedliche Weise dieser Immunantwort. Die Aufklärung der verschiedenen Mechanismen dieser „Immunevasion“ bedarf verstärkter Forschungsanstrengungen.

Für das Verständnis von chronischen Erkrankungen wie Virusinfektionen, Diabetes, Lungenerkrankungen, Neoplasien oder neurodegenerativen Störungen ist es also zunächst erforderlich, die Mechanismen zu verstehen, die der Regulation des Immunsystems, d.h. der Induktion, der Modulierung sowie der Abschaltung von Immunreaktionen in einer physiologischen Situation zugrunde liegen.

Dies ist wiederum die Voraussetzung für die Entwicklung neuer klinischer Ansätze, die auf einer therapeutischen Modulation des Immunsystems beruhen. Wenn die allgemeinen Mechanismen der Immunantwort bekannt sind, werden solche Ansätze auf ganz unterschiedliche chronische Erkrankungen anwendbar sein.

Die Arbeitsgruppe wurde bzw. wird durch Drittmittel folgender Einrichtungen unterstützt:

Neben ihren Forschungsaktivitäten beteiligt sich die Arbeitsgruppe an der Ausbildung von Studenten und Doktoranden. Der Leiter der Forschungseinheit ist Mitglied der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität und in deren Lehrbetrieb eingebunden. Die Einheit verfügt über die Weiterbildungsermächtigung für Fachimmunologen.