Pressemitteilung/News

Auszeichnung
29.05.2017

Carolin Daniel erhält Ernst-Friedrich-Pfeiffer-Preis 2017

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hat Dr. Carolin Daniel vom Helmholtz Zentrum München mit dem Ernst-Friedrich-Pfeiffer-Preis 2017 ausgezeichnet. Die Verleihung fand im Rahmen der DDG-Jahrestagung am 25. Mai 2017 in Hamburg statt.

Preisverleihung Dr. Carolin Daniel

Prof. Dr. Baptist Gallwitz (DDG), Dr. Carolin Daniel, Sigrid Hoffmann (Firma Lilly). ©K.I.T./ Bild: Deckbar

Der Preis ehrt Daniel für die „Entwicklung neuer immunmodulatorischer Präventionsstrategien für autoimmunen Typ-1-Diabetes im Kindesalter“. Daniel arbeitet mit ihrem Team am Institut für Diabetesforschung (Direktorin: Prof. Dr. Anette-G. Ziegler) des Helmholtz Zentrums München. Dort untersucht sie, wie sich die Autoimmunreaktion, die Diabetes vom Typ-1 zugrunde liegt, verhindern lässt.  

Auf dem Weg dorthin versucht Daniel die Mechanismen zu entschlüsseln, die zur Erkrankung führen, um anschließend gezielt in diese eingreifen zu können. Vor allem die Zellen des Immunsystems hat sie dabei im Visier, wie sie auch im Video „Impfung gegen Diabetes-Typ-1“ berichtet.

Kürzlich konnten Daniel und ihr Team beispielsweise einen neuen Signalweg zeigen, über den das Immunsystem den Angriff auf die Bauchspeicheldrüse vorbereitet. Durch einen gezielten Eingriff konnten die Wissenschaftler diesen Prozess hemmen und hoffen nun auf neue therapeutische Möglichkeiten.

Ergänzend dazu arbeitet Daniel daran, das Immunsystem an das Hormon Insulin zu gewöhnen - vergleichbar mit einer Hyposensibilisierung bei Allergien. Um diese Reaktion zu begünstigen, optimiert sie Insulinbausteine so, dass das Immunsystem sie – anders als im Krankheitsfall - als ungefährlich wahrnimmt. Carolin Daniel und ihr Team sind Partner im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD).

Der Ernst-Friedrich-Pfeiffer-Preis zeichnet wissenschaftliche Arbeiten und wegweisende Leistungen auf dem Gebiet der Ätiologie und der Behandlung von Typ-1-Diabetes aus. Er wird seit 1998 von Lilly Deutschland gestiftet und ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Auszeichnung dient der Anerkennung und Förderung jüngerer Wissenschaftler.

Namentlich erinnert der Preis an Prof. Dr. Ernst-Friedrich Pfeiffer (1922-1997). Der Endokrinologe hat u.a. den Wirkungsmechanismus oraler Antidiabetika untersucht und eine künstliche Bauchspeicheldrüse entwickelt.

 

Weitere Informationen

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören. Das Helmholtz Zentrum München ist Partner im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung e.V.   

Das Institut für Diabetesforschung (IDF) befasst sich mit der Entstehung und Prävention von Typ-1-Diabetes. Ein vorrangiges Projekt des Instituts ist die Entwicklung einer antigen-basierten Therapie zur Erzeugung einer Immuntoleranz. In groß angelegten Langzeitstudien untersucht das IDF den Zusammenhang von Genen, Umweltfaktoren und Immunsystem für die Pathogenese von Typ-1-Diabetes. Mit den Daten der Geburtskohorte BABYDIAB, die 1989 als weltweit erste prospektive Diabetes-Geburtskohorte etabliert wurde, konnte die Anfälligkeit für die Entstehung einer mit Typ-1-Diabetes assoziierten Autoimmunität in den ersten zwei Lebensjahren aufgedeckt werden. Das im Jahr 2015 vom IDF initiierte Pilotprojekt Fr1da war weltweit das erste bevölkerungsweite Screening auf Inselautoimmunität in der Kindheit, die als Frühstadium des Typ-1-Diabetes zu werten ist.  Das IDF ist Teil des Helmholtz Diabetes Center (HDC). 

Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung e.V. (DZD) ist eines der sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung. Es bündelt Experten auf dem Gebiet der Diabetesforschung und verzahnt Grundlagenforschung, Epidemiologie und klinische Anwendung. Ziel des DZD ist es, über einen neuartigen, integrativen Forschungsansatz einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen, maßgeschneiderten Prävention, Diagnose und Therapie des Diabetes mellitus zu leisten. Mitglieder des Verbunds sind das Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, das Deutsche Diabetes-Zentrum DDZ in Düsseldorf, das Deutsche Institut für Ernährungsforschung DIfE in Potsdam-Rehbrücke, das Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen des Helmholtz Zentrum München an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und das Paul-Langerhans-Institut Dresden des Helmholtz Zentrum München am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden, assoziierte Partner an den Universitäten in Heidelberg, Köln, Leipzig, Lübeck und München sowie weitere Projektpartner.