Pressemitteilung/News

Personalie
03.07.2017

Erika von Mutius leitet neues Institut für Asthma und Allergieforschung

Seit dem 1. Juli 2017 leitet Prof. Dr. Erika von Mutius das neue Institut für Asthma- und Allergieprävention (IAP) am Helmholtz Zentrum München. Die Kinderärztin und Epidemiologin wird die Forschungsbereiche Lungenerkrankungen und Allergie prominent verstärken.

Prof. Dr. Erika von Mutius

Prof. Dr. Erika von Mutius, Quelle: Klinikum der Universität München

Fast jeder kennt die Hygiene-Hypothese nach der das Immunsystem im frühen Kindesalter ein Training braucht, um sich gegen Asthma und Allergien schützen zu können. Maßgeblich geprägt hat sie Erika von Mutius in umfangreichen internationalen Feld- und Bevölkerungsstudien auch unter Einbezug von Familien, die noch aktiv einen Bauernhof bewirtschaften. Die Ergebnisse konnte sie durch klinische Untersuchungen und Laborexperimente untermauern. Unter anderem erhielt sie dafür 2013 den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie das Verdienstkreuz am Bande. Seit 2014 ist sie Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Ab dem 1. Juli wird sie nun zudem ein eigenes Institut am Helmholtz Zentrum München leiten.

Bindeglied zwischen Wissenschaft und Patienten

„Wir sind sehr froh, Frau von Mutius an Bord zu haben: Sie wird wesentlich dazu beitragen, die Forschungsbereiche Lunge und Allergie voranzubringen“, freut sich Prof. Dr. Günther Wess, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Helmholtz Zentrums München. Erika von Mutius, unter anderem als Münchner Standortsprecherin des DZL bestens vernetzt, könnte demnach künftig Bindeglied zwischen Wissenschaft und Patienten sein, beispielsweise am Universitätsklinikum der LMU. Dieser Austausch soll die translationalen Ansätze aus dem Helmholtz Zentrum München näher an die Patienten bringen und entsprechenden Bedarf umgekehrt in die Forschung tragen.

Konkrete Projekte geplant

Gemeinsam mit ihrem Team wird Erika von Mutius auch weiterhin an der Entstehung von Asthma und Allergien im Kindesalter forschen, denn nach wie vor gelten die Krankheitsmechanismen als weitgehend unverstanden. „Wir möchten erklären können, wie die Krankheit zustande kommt, um dann ihren Ausbruch zu verhindern“, so die Kinderärztin und Epidemiologin. Zwei konkrete Projekte hat sie mit ihrem neuen Institut bereits im Blick:

  • Die umfassende Charakterisierung von Asthmaphänotypen im Rahmen der ALLIANCE Kohorte des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL)
  • Die Identifizierung mikrobieller Faktoren, die vor Asthma und Allergien schützen, im Rahmen der HERA- und weiterer Studien

Anknüpfungspunkte an bestehende Aktivitäten des Helmholtz Zentrums München hat die neue Direktorin bereits jetzt zahlreiche, denn sowohl in der Lungen- als auch in der Allergieforschung bestehen langjährige erfolgreiche Kooperationen mit Helmholtz-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Passend dazu steht auch bei ihr - ebenso wie am Zentrum - das Zusammenspiel zwischen Umwelt und Gesundheit im Mittelpunkt der Arbeit.

Von Mutius ist seit 2004 Professorin für pädiatrische Allergologie an der LMU und leitet seit 17 Jahren die Abteilung Allergie und Asthma am Dr. von Haunerschen Kinderspital in München. Sie gehört zahlreichen wissenschaftlichen Vereinigungen an (ERS, EAACI etc.), ist Mitglied im Editorial Board des  New England Journal of Medicine und war Herausgeberin unter anderem des Journal of Allergy and Clinical Immunology und des European Respiratory Journals.

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören.