Pressemitteilung/News

Auszeichnungen
22.09.2017

Leopoldina verleiht Matthias Tschöp die Carus-Medaille

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat den Mediziner Matthias Tschöp mit der diesjährigen Carus-Medaille für seine herausragenden Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Diabetes- und Adipositasforschung geehrt. Der Stoffwechselexperte vom Helmholtz Zentrum München und der Technischen Universität München nahm die Ehrung im Rahmen der Leopoldina-Jahresversammlung am 22. September 2017 in Halle an der Saale entgegen.

Preisverleihung / Quelle: Leopoldina

„Ich gratuliere Matthias Tschöp sehr herzlich zu dieser Auszeichnung“, sagt der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Prof. Dr. Otmar D. Wiestler. „Die Verleihung der Carus-Medaille zeigt, dass er in einer Reihe mit herausragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unserer Zeit steht. Seine grundlegenden Entdeckungen haben großes Potenzial, die Behandlung von Diabetes und Fettleibigkeit entscheidend zu verbessern. Genau dafür steht die systemische Forschung der Helmholtz-Gemeinschaft.“

Prof. Dr. Günther Wess, wissenschaftlicher Geschäftsführer am Helmholtz Zentrum München, gratuliert ebenfalls: „Am Helmholtz Zentrum München forschen wir an neuen Ansätzen für Prävention, Diagnose und Therapie großer Volkskrankheiten. Vor allem das Forschungsfeld Diabetes mellitus haben wir in den letzten Jahren massiv gestärkt und zählen auf diesem Gebiet mittlerweile zu einem der wichtigsten Forschungsstandorte weltweit. Entsprechend freuen wir uns mit Matthias Tschöp, dass die harte Arbeit der letzten Jahre nun mit einem so renommierten Preis gewürdigt wird.“

Hormonchimären versprechen grundlegende Fortschritte

Prof. Dr. Matthias Tschöp zählt weltweit zu den herausragenden Wissenschaftlern auf dem Gebiet der Diabetes- und Adipositasforschung. Er machte eine Reihe von bahnbrechenden Entdeckungen zu Stoffwechselerkrankungen und entwickelte verschiedene Wirkstoffkandidaten zur Behandlung von Diabetes und Fettleibigkeit, die bereits klinisch erprobt werden. Er erkannte, dass das Peptid Ghrelin als „Hungerhormon“ fungiert, indem es bestimmte Bereiche des Gehirns über die Verfügbarkeit von Nährstoffen informiert.

Basierend auf diesen Erkenntnissen entdeckte Matthias Tschöp eine Reihe weiterer Mechanismen die an der Kommunikation zwischen Bauch und Gehirn, an der Regulierung von Nahrungsaufnahme, Energie- und Glucose-Metabolismus sowie an der Kontrolle von Körpergewicht und -fettmasse beteiligt ist. Dadurch gelang es ihm neuartige Hormonchimären zu entwickeln, die unter anderem gezielt auf neuronale Netzwerke im Hypothalamus wirken. Mit diesen sogenannten Polyagonisten lassen sich Adipositas, Hypercholesterinämie und Insulinintoleranz an präklinischen Modellen komplett beseitigen. Zahlreiche klinische Studien versprechen grundlegende Fortschritte bei der Behandlung von Diabetes und Fettleibigkeit.

Weitere Informationen

Hintergrund:
Die Carus-Medaille wurde anlässlich des 50. Professorenjubiläums des XIII. Präsidenten der Leopoldina, Carl Gustav Carus (1789-1869), gestiftet und erstmals im Jahr 1896 vergeben. Sie würdigt bedeutende wissenschaftliche Entdeckungen oder Forschungsleistungen jüngerer Wissenschaftler auf einem in der Leopoldina vertretenen Gebiet. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Jacques Monod (1965), der im gleichen Jahr mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin geehrt wurde. Christiane Nüsslein-Volhard (1989), die 1995 den Nobelpreis für Medizin oder Physiologie erhielt, und Stefan Hell (2013), der im Folgejahr mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurde. Seit 1961 ist sie mit dem von der Stadt Schweinfurt ─ Gründungsort der Leopoldina ─ gestifteten und mit 5000 Euro dotierten Carus-Preis verbunden. Die Neurowissenschaftlerin Prof. Dr. Dr. Elisabeth Binder vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München bekam die Auszeichnung gemeinsam mit Prof. Tschöp überreicht.

Matthias Tschöp studierte Humanmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München, wo er 1998 promoviert wurde. Nach Forschungsaufenthalten in den USA und Deutschland arbeitete er ab 2003 als Associate Professor und ab 2009 als Professor, Endowed Chair und Forschungsdirektor an der University of Cincinnati. 2012 wurde er als erster Mediziner mit einer Alexander von Humboldt-Professur ausgezeichnet, mit der er an die Technische Universität München berufen wurde. Gleichzeitig ist Professor Tschöp wissenschaftlicher Direktor des Helmholtz Diabetes Zentrums und des Helmholtz Pionier Campus sowie Adjunct Professor an der Yale University. Seine Leistungen wurden mit zahlreichen weiteren Ehrungen gewürdigt, unter anderem einem ERC Advanced Grant, dem Erwin-Schrödinger-Preis, dem Innovation Award der Endocrine Society, und „Outstanding Scientific Achievement“ Awards von der American Diabetes Association und der Obesity Society.

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus, Allergien und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören. 

Die Technische Universität München (TUM) ist mit rund 550 Professorinnen und Professoren, 41.000 Studierenden sowie 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine der forschungsstärksten Technischen Universitäten Europas. Ihre Schwerpunkte sind die Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Lebenswissenschaften und Medizin, verknüpft mit den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Die TUM handelt als unternehmerische Universität, die Talente fördert und Mehrwert für die Gesellschaft schafft. Dabei profitiert sie von starken Partnern in Wissenschaft und Wirtschaft. Weltweit ist sie mit dem Campus TUM Asia in Singapur sowie Verbindungsbüros in Brüssel, Kairo, Mumbai, Peking, San Francisco und São Paulo vertreten. An der TUM haben Nobelpreisträger und Erfinder wie Rudolf Diesel, Carl von Linde und Rudolf Mößbauer geforscht. 2006 und 2012 wurde sie als Exzellenzuniversität ausgezeichnet. In internationalen Rankings gehört sie regelmäßig zu den besten Universitäten Deutschlands. 

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