Pressemitteilung/News

Aus dem Zentrum
22.12.2017

Stammzellzentrum nimmt Fahrt auf

Mit einem prominent besetzten wissenschaftlichen Symposium hat das Helmholtz Zentrum München am 14. und 15. Dezember sein Stammzellzentrum eröffnet. Internationale Gäste und Forscher des neu gegründeten Zentrums gestalteten die zweitägige Vortragsserie gemeinsam. Die Veranstaltung gab einen ersten Eindruck, wie vielfältig die neuen Ansätze und Anwendungsmöglichkeiten der Stammzellforschung sein werden.

Stammzellen Helmholtz München

Die Stammzellforschung hat sich am Helmholtz Zentrum München zur internationalen Spitze entwickelt. Quelle: Helmholtz Zentrum München

Eröffnet wurde das Symposium von Prof. Dr. Günther Wess, wissenschaftlicher Geschäftsführer des Helmholtz Zentrums München. Er dankte den beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern für das bisher Geleistete und ihren Einsatz, um das Stammzellzentrum zu realisieren. Die Stammzellforschung hat sich am Helmholtz Zentrum München zur internationalen Spitze entwickelt und stellt mit den neuen Rekrutierungen im Bereich Epigenetik eine einzigartige Verbindung der Forschung an Zellplastizität, Krankheitsmodellen und Zelltherapie dar. Tatsächlich arbeitet eine Vielzahl der Teams in diesen Bereichen, was den Austausch und die Interaktion innerhalb und zwischen den Forschungsgruppen fördert.

Das Programm des Symposiums spiegelte diese Vielfalt entsprechend wider. Die Gründungsinstitute des Stammzellzentrums werden geleitet von den Direktoren Prof. Dr. Magdalena Götz (Institut für Stammzellforschung), Prof. Dr. Maria-Elena Torres Padilla (Institut für Epigenetik und Stammzellen) und Prof. Dr. Wolfgang Wurst (Institut für Entwicklungsgenetik), die alle Ihre Arbeit im Rahmen des Symposiums präsentierten.

Zu verstehen, warum manche Zellen überhaupt in der Lage sind, sich in jede beliebige andere Zellform zu verwandeln, damit beschäftigt sich die Arbeit von Maria-Elena Torres Padilla und Wolfgang Wurst. Wie man diese Eigenschaften dann künftig möglicherweise nutzen könnte, um verlorene Körperzellen zu ersetzen, war dann unter anderem das Thema von Magdalena Götz und Prof. Dr. Heiko Lickert (Direktor des Instituts für Diabetes- und Regenerationsforschung). Sie arbeiten an Möglichkeiten, abgestorbene Nerven beziehungsweise Inselzellen zu regenerieren. Prof. Dr. Robert Schneider (Direktor des Instituts für Funktionale Epigenetik) erklärte welch zentrale Bedeutung die Epigenetik für die Stammzelleigenschaften hat. Zudem stellten zahlreiche Abteilungs- und Gruppenleiter ihre aktuellen Arbeiten vor, ebenso wie Studenten und Postdocs im Rahmen der Poster Sessions.

Bündelung der Kompetenz einer medizinischen Schlüsseltechnologie

Weiterhin sprachen eine Reihe hochkarätiger internationaler Experten darunter Olivier Pourquié vom Harvard Stem Cell Center und Irving Weissmann von der Stanford University. Irving Weissmann erhielt zudem den Helmholtz International Fellow Award, bevor er seinen Keynote-Vortrag hielt und die Bedeutung der Grundlagenforschung für die translationalen Fortschritte unterstrich. Verschiedene Gäste und alte Bekannte vervollständigten die Veranstaltung wie beispielsweise Prof. Dr. Timm Schröder aus Basel, der erst kürzlich gemeinsam mit Forschern des Helmholtz Zentrums München den Erwin-Schrödinger-Preis verliehen bekam.

„Das neue Stammzellzentrum bündelt unsere Kompetenz im Bereich der Stammzellforschung und verknüpft so verschiedene Aspekte dieser medizinischen Schlüsseltechnologie“, kommentiert Magdalena Götz.

Weitere Informationen

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus, Allergien und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören.